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Archiv für die Kategorie ‘Jahreszeitliches

Glocken läuten per Hand

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In 6000 englischen Kirchen werden noch Glocken per Hand geläutet, und zwar jeweils von einer Gruppe Ehrenamtlicher und in komplizierten Tonfolgen (“change ringing”). Eine Einführung in das Glöcknerwesen gibt es passend zu Ostern in diesem Videobeitrag des ZDF.

Ich hatte das Vergnügen, 2010 in der Kirche von Beverley/York shire bei einer Probenstunde dabei zu sein.  Die Glockenstube hat eine ganz eigene Atmosphäre, und das Bewegen der schweren Glocken ist eine echte sportliche Übung. Mir gefällt der doppelsinnige Satz: “It’s time to ring some changes”.

Im Rheinland gibt es Reste dieser Tradition, die dort “Beiern” heißt, aber auch in Ostfriesland oder Tirol ausgeübt wird. Auf der verlinkten Webseite findet man Ort und Zeit, um diesen Brauch live zu erleben.

Um zu üben, greift man gern auf Handglocken zurück, aber das ist eine andere Geschichte.

Geschrieben von kuec55

April 4, 2012 um 6:07 nachmittags

Veröffentlicht in England, Jahreszeitliches, Kurioses

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Commando Trad Nr. 10

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Die weihnachtliche Gemütlichkeit verträgt sich gut mit Gesang, Musik und Tanz – handgemacht und ohne Glorienschein. Hier ist wieder Commando Trad aus Montral. Viel Spaß!

 

Geschrieben von kuec55

Januar 22, 2012 um 7:06 nachmittags

Veröffentlicht in Folk, Weihnachten

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Brunnenschmuck zu Ostern in Deutschland und England

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In Breckerfeld (Ennepe-Ruhr-Kreis) ist seit Palmsonntag wieder der Osterschmuck am Jakobusbrunnen zu bewundern. Dass es sich dabei um einen alten Brauch handelt, ist allerdings ein Gerücht. Erst 2001 haben Heimatverein und Landfrauen auf Anregung von S. Siemer diese Aktion eingeführt.

Jakobusbrunnen Breckerfeld Frühjahr 2010

Für den Schmuck sind laut Zeitungsbericht (WR, 30.3.10) 1620 Eier in zwei Monaten vorbereitet worden.  Als Quelle gab der Heimatvereins-Vorsitzende Hoffmann einen mittelalterlichen Brauch aus den östlichen Gebieten Deutschlands an. Das Schmücken sollte danach bewirken, dass der Brunnen auch in trockenen Sommern nicht versiegte. Als Wertschätzung des Lebensmittels Wasser bekommt der Brauch eine aktuelle Bedeutung.

Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz

Weiter verbreitet ist der Brunnenschmuck in der Fränkischen Schweiz. Aber auch dort ist er erst seit 1909 nachgewiesen.

Die hobbyhistorische Begründung mit irgendwelchen germanischen Bräuchen ist daher nicht haltbar.
wikipedia: Osterbrunnen

Die Leute hatten wahrscheinlich einfach Lust auf einen schönen, gemeinschaftsfördernden Frühlingsbrauch.

Sehr aufwändig sind die Mosaiken aus Naturmaterialien, die in Derbyshire/England unter dem Namen Well Dressing bekannt sind. Auf eine Unterlage aus Lehm werden mit Blütenblättern u.ä. große farbige Bilder gesteckt. Motive sind oft biblische oder historische Szenen. Auch hier ist der Ursprung unklar. Eine Version ist, dass der Schmuck als Dank für sauberes Wasser in den Zeiten der Pest eingeführt wurde.

Tansley Well Dressing Foto: Andie Gilmour

Tansley Well Dressing Foto: Andie Gilmour

Wiederbelebt wurde diese arbeitsintensive Sache  in den 1920er/30ern. Heutzutage spielt – wie wohl auch andernorts – der Tourismus eine Rolle. Wie dem auch sei: der Peak District im Höhenzug der Pennines ist ohnehin eine Reise wert.

Well Dressing 2004 Foto: George Mahoney

Geschrieben von kuec55

März 31, 2010 um 1:08 nachmittags

Valentinstag 14.2.

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Muss eine Liebeserklärung pink oder herzförmig, süß oder pestizidbelastet sein? Ich halte es eher mit dem alten Post-Motto  “Schreib mal wieder”. Auch wenn es bei mir keine Lieder oder Gedichte sind.

To my Valentine. Digital ID: 1588450. New York Public Library

Außerdem gibt es wunderbare Songs, auch welche mit geringem Kitschfaktor, z.B.  “You couldn’t have come at a better Time” von Luka Bloom aus Irland. Hier nur Standbild, aber guter Ton.

Das ganze Jahr über als Geburtstagsgruß geeignet…

Geschrieben von kuec55

Februar 12, 2010 um 3:00 nachmittags

Veröffentlicht in Jahreszeitliches

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Weihnachtslieder im Klezmer-Stil

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Klezmer ist eine tolle Musik. Klarinette, Geige und Akkordeon jubeln oder klagen, dazu wird auf jiddisch gesungen. Ich hätte allerdings nicht damit gerechnet, dass es Weihnachts-Songs im Klezmer-Gewand gibt. Dieser europäisch-amerikanische Multikulti-Mix in Moll klingt natürlich etwas ungewohnt. Happy Chanukkah!

Jingle Bells auf dem Akkordeon:

Rudolf mit der roten Nase:

Geschrieben von kuec55

Dezember 19, 2009 um 9:31 vormittags

Veröffentlicht in Kurioses, Weihnachten

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Wandern im herbstlichen Sauerland

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Es muss nicht immer der Rothaarsteig sein. Der ist um diese Jahreszeit häufig vermatscht, zerlatscht und zerfahren. Verlässt man den populären Weg, kann man nach wenigen Metern in völliger Ruhe die  Wälder des Hochsauerlands entdecken. Mein Tipp ist übrigens das obere Sorpetal: gute Wege mit schöner Aussicht.

Geschrieben von kuec55

Oktober 17, 2009 um 6:51 nachmittags

Veröffentlicht in Jahreszeitliches, Reisen, Sauerland

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St Patrick’s Day

mit 2 Kommentaren

St. Patrick war der erste christliche Missionar in Irland. Der Legende nach hat er die Schlangen von der Insel vertrieben. Er soll das dreiblättrige Kleeblatt benutzt haben, um den Iren die Dreifaltigkeit zu erklären. Der St. Patrick’s Day am 17. März, ursprünglich ein kirchlicher Festtag, hat sich international zu einem Party-Event entwickelt. Der Schutzheilige der Grünen Insel wird besonders in den USA heftig verehrt.

Erin go bragh. Digital ID: 1588250. New York Public Library

An diesem Tag ist Grün die vorherrschende Farbe; in Chicago wird sogar ein Fluss grün eingefärbt (nicht wirklich öko!). Auch Bier wird manchmal grün serviert. Man trägt alberne grüne Plüschmützen und hört Musik, die sich keltisch nennt. “Jeder ist ein Ire” an diesem Tag. Sogar in München gibt es inzwischen ein St. Patrick’s Day Parade.

Musiker, die traditionelle irische Musik spielen, finden die Kommerzialisierung nicht unbedingt toll, auch wenn einiges Freibier und Auftritte dabei rumkommen.
Zwar würde das grüne Bier bei uns wohl schlecht laufen, aber so ein T-Shirt…?

Ein paar Brocken Gälisch dazu?

Lá Fhéile Pádraig – St. Patrick’s Day
Pionta Guinness, le do thoil – Ein Pint Guinness bitte.
Éirinn go Brách – Irland für immer.
Vielleicht gibt es ja in Eurer Nähe ein nettes kleines Festkonzert in einem Irish Pub. Viel Vergnügen!

Geschrieben von kuec55

Februar 28, 2009 um 1:20 nachmittags

Veröffentlicht in Folk, Jahreszeitliches, Kurioses

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Mummenschanz

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Es steckt mehr hinter dem Fastnachtstreiben als nur Alkohol zu trinken, dumpfe Schlager zu hören und Kamelle einzusammeln. Karnevalsgestalten waren ursprünglich wild, häufig wurden Tiere dargestellt, und die Bedeutung des heidnischen Winteraustreibens hat sich an zahlreichen Orten erhalten.
Interessant finde ich die alpenländischen Perchten, die trotz ihrer gruseligen Erscheinung Glück für’s neue Jahr bringen sollen.

Verwandte sind die Tierfiguren des Karnevals in Fonni/Sardinien:

Geschrieben von kuec55

Februar 22, 2009 um 10:14 vormittags

Veröffentlicht in Jahreszeitliches

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Winteraustreiben mit Steckenpferd

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Umzüge mit Tierfiguren zum Ende des Winters gibt es in verschiedenen Ecken Europas.

Beim Rottweiler Narrensprung spielen die ‘Rössle’ eine wichtige Rolle:

Erstaunlich ähnlich sind die Steckenpferde (‘Obby ‘Oss), die am 1. Mai beim Straßenumzug in Padstow/Cornwall unterwegs sind:

Offensichtlich gehen die Bräuche des Winteraustreibens bis in heidnische Zeiten zurück. In den dazwischenliegenden 1000 Jahren verschiebt sich im Kalender schon mal was.

Die Schellen, groß bei den alemannischen Umzügen und klein bei den englischen Morristänzern, sollen wohl die Erde aufwecken und den Winter vertreiben.
Im Kirchenjahr ist das Winteraustreiben dem Sonntag Laetare zugeordnet, der dies Jahr am 22.3. fast mit dem Frühlingsanfang zusammenfällt. Fixpunkt im heidnischen Kalender war die Tag- und Nachtgleiche.

Geschrieben von kuec55

Februar 21, 2009 um 5:14 nachmittags

Merry Christmas – der Film zum Weihnachtsfrieden

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Sat 1 zeigte zu Heiligabend den Film Merry Christmas mit Daniel Brühl, Diane Krüger und Benno Fürmann. Es geht um ein Ereignis während des 1. Weltkrieges, das in England fester Bestandteil der kollektiven Erinnerung, in Deutschland aber ziemlich unbekannt ist: den spontanen Weihnachtsfrieden in den Schützengräben von Flandern 1914. Die Rahmenhandlung wirkt zwar etwas aufgesetzt, Regisseur Christian Carion bezieht aber deutlich Position für die Seite des Friedens. Der Hintergrund nimmt wahre Ereignisse auf: Franzosen, Briten und Deutsche legten spontan die Waffen nieder, sangen gemeinsam, tauschten Geschenke aus, begruben ihre Toten und spielten Fußball im Niemandsland. Dies alles ist vielfach bezeugt. Wieder einmal bewies sich die grenzüberschreitende Kraft der Kultur, insbesondere der Musik: ‘Stille Nacht’ kann man in den verschiedensten Sprachen gemeinsam singen.
Massiver Druck von oben beendete das Geschehen. Auch die Nachrichten darüber wurden in Deutschland unterdrückt – mit durchschlagender Wirkung bis heute.

Ich habe mich gefragt, warum der Frieden von unten 1914 nicht ein viel größeres Thema ist. Vielleicht trägt der Film ja dazu bei, die richtigen Fragen zu stellen.

Für den ersten Eindruck gibt es einen Trailer.

Hier geht’s zur Homepage des Films.

Viele Details zum Film und dessen historischem Hintergrund bietet Josef Bordats Text auf philosophia-online.

Für mich ist die Niederlegung der Waffen und das Heraussteigen aus den Schützengräben der Inbegriff der Weihnachtsbotschaft. Ich habe mich schon länger mit dem Thema beschäftigt und kann als Einstieg das Buch “Merry Christmas, der kleine Frieden im Großen Krieg” von Michael Jürgs, Goldmann Taschenbuch, empfehlen. Auf meiner Homepage habe ich das Thema aus dem Blickwinkel der mündlichen Überlieferung  betrachtet.

Es geht mir darum, dass wir ebenso wie die damaligen Soldaten die ‘Sachzwänge’ des Krieges in Frage stellen.  Die Absurdität des Krieges war in den Schützengräben von Flandern vor 94 Jahren  mit Händen zu greifen. Abertausende von Menschen wurden für nationale Machtpolitik geopfert. Seit damals hat militärische Gewalt wenig dazu getan, mehr Gerechtigkeit in die Welt zu bringen, aber millionenfaches Leid über die Menschen gebracht, bis in unsere Tage. Muss das so bleiben?

Geschrieben von kuec55

Dezember 20, 2008 um 4:42 nachmittags

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